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Die 10 besten Brennereien im Elsass

Im Elsass ist das Brennen kein Nebengeschäft des Weinbaus, sondern ein eigenständiges Handwerk mit tiefen Wurzeln, eingebettet zwischen den Vogesen und dem Rhein. Die Obstgärten der Region liefern Kirschen, Zwetschgen, Birnen und Waldbeeren, die nicht im Fass altern, sondern jung und glasklar als Edelbrand eingefangen werden — farblose Obstbrände, abgefüllt in voller aromatischer Intensität. Hinter diesen weißen Bränden verbergen sich Jahrhunderte bäuerlicher Praxis und eine grenzüberschreitende Kultur, die das Elsass mit Baden auf der anderen Rheinseite teilt. Heute bringen dieselben Dörfer, die der Welt den Kirschwasser schenkten, prämierten Single Malt Whisky hervor und machen das Elsass zu einer der stillsten, aber ernsthaftesten Brennregionen Frankreichs.

Die elsässische Edelbrand-Tradition

Wo Cognac und Calvados ihre Brände jahrelang in Eiche reifen lassen, tut der elsässische Brenner fast das Gegenteil: Ziel ist es, den reinen Duft der frischen Frucht abzufüllen, unverfälscht vom Holz. Kirsch — aus Kirschen, oft der wilden schwarzen Sorte — ist das historische Aushängeschild, und Kirsch d'Alsace trägt eine geschützte geografische Angabe, die ihn an heimische Frucht und Methode bindet. Um ihn kreist eine ganze Familie von Obstbränden: Mirabelle und Quetsch aus den kleinen goldenen und blauen Pflaumen der Region, Framboise aus Himbeeren, Poire Williams aus der berühmten Birne, Fraise des bois aus Walderdbeeren und der kostbare, mühsame Houx aus Stechpalmenbeeren. Dazu kommt der Marc de Gewurztraminer, der Tresterbrand, der die Obsttradition direkt mit dem elsässischen Weinberg verbindet.

Massenez und das Val de Villé

Die Distillerie Massenez, 1870 von Jean-Baptiste Massenez im Val de Villé gegründet und heute in Dieffenbach-au-Val ansässig, gehört zu den Namen, die den elsässischen Edelbrand auf die internationale Bühne trugen. Das Tal um Villé wurde zu einem Herzland des Obstbrennens, seine steilen Obstgärten lieferten die Kirschen und Himbeeren, die den Ruf der Region begründeten. Massenez gilt als maßgeblich dafür, dass Framboise und feine Obstbrände in der Spitzengastronomie und Patisserie populär wurden, und seine Flaschen bleiben ein Maßstab für klaren, aromatischen elsässischen Obstbrand.

Die Metté-Häuser von Ribeauvillé

Ribeauvillé, einer der schönsten Halte an der Weinstraße, beherbergt zwei gefeierte Metté-Brennereien, die einen gemeinsamen Familienursprung haben, aber unabhängig arbeiten. Die Distillerie Jean-Paul Metté erwarb sich Kultstatus mit einem riesigen, abenteuerlichen Sortiment — nicht nur dem klassischen Kirsch und der Mirabelle, sondern Bränden aus ungewöhnlichen Früchten, Kräutern und sogar Gewürzen. Die Distillerie Gilbert Metté führt im selben Ort die handwerkliche Tradition fort und erzeugt Obstbrände und Liköre in kleinen Mengen. Zusammen machen sie Ribeauvillé zu einem Wallfahrtsort für jeden, der weiße Obstbrände ernst nimmt.

Nusbaumer in Steige

In den Vogesen-Vorbergen bei Steige brennt die Distillerie Nusbaumer seit 1947 und arbeitet aus familieneigenen Obstgärten hoch im Tal. Das Haus ist bekannt für die Breite und Präzision seiner Obstbrände und für eine Bindung an lokale Frucht, die die Kultur des Bouilleur de cru widerspiegelt — das alte französische Recht des Hausbrennens, mit dem Erzeuger ihre eigene Frucht destillieren durften. Nusbaumers Brände sind ein Musterbeispiel des elsässischen Stils: geringe Ausbeute, hohe aromatische Konzentration, kein Holz. Es braucht viele Kilogramm Frucht für eine einzige Flasche, und gerade diese Großzügigkeit gegenüber dem Rohstoff erklärt die Tiefe des Aromas, das im Glas an die frische Frucht des Spätsommers erinnert.

Lehmann und der Aufstieg des elsässischen Whiskys

In Obernai, unterhalb des Mont Sainte-Odile, steht die Distillerie Lehmann für die Brücke zwischen alter Obsttradition und neuem Ehrgeiz. Neben ihren Edelbränden erzeugt Lehmann den Single Malt Whisky Elsass — Elsass ist der deutsche Name für die Region — aus regionaler Gerste und reift den Brand teils in Fässern, die einst Elsässer Wein hielten. Es ist eines der deutlichsten Zeichen dafür, dass die Brenner der Region, lange Meister darin, der Frucht Aroma zu entlocken, dieses Können nun auf Getreide und Fass richten.

Hepp, Uberach und Getreidebrände

In Uberach im nördlichen Teil der Region nahm die Distillerie Hepp Whisky in ihr Repertoire auf und half, den Begriff eines echten Whisky alsacien zu prägen. Mit demselben Wissen, das ihre Obstbrände und Liköre hervorbrachte, ließ Hepp Getreidewhisky im Klima der Rheinebene reifen, wo warme Sommer und kalte Winter einen lebhaften Austausch zwischen Brand und Holz antreiben. Das Haus zeigt, wie das Brennerbe des Elsass seinen Whisky-Pionieren einen Vorsprung verschaffte.

Meyers Whisky in Hohwarth

Die Distillerie Meyer in Hohwarth im Val de Villé ist eine weitere Obstbrennerei, die zu einem frühen und einflussreichen Namen des französischen Whiskys wurde. Meyers Whisky — als Pur Malt und als Blend — gehörte zu den ersten elsässischen Whiskys, die breite Anerkennung fanden, und die Familie erzeugt daneben weiterhin ein volles Sortiment traditioneller Edelbrände. Das Nebeneinander von Kirsch und Whisky unter einem Dach ist das perfekte Sinnbild für die Entwicklung der Region. Dieselben Kupferbrennblasen, dieselbe Geduld bei der Reifung und derselbe Sinn für Aroma, der einst der Kirsche galt, kommen heute der Gerste zugute.

Wolfberger und die Genossenschaft

Nicht alles Brennen im Elsass ist handwerklich. In Eguisheim arbeitet die Genossenschaft Wolfberger in weit größerem Maßstab, und ihre Brennblase ist ein wesentlicher Teil des Bildes. Bekannt vor allem für Crémant und Stillweine, erzeugt Wolfberger auch Marc de Gewurztraminer, Obstbrände und andere Spirituosen und bringt das genossenschaftliche Modell — das Bündeln der Ernte vieler Winzer — an den Brenntisch. Es zeigt, dass die elsässische Brandtradition von der winzigen Familienbrennblase bis zu Häusern in industriellem Maßstab reicht.

G. Miclo, Windholtz und die weitere Karte

Über die großen Namen hinaus ist die Region von feinen Erzeugern durchsetzt. G. Miclo in Lapoutroie, hoch in den Vogesen nahe dem Münstertal, brennt seit dem späten neunzehnten Jahrhundert Obstbrände und Liköre und ist eine geschätzte Quelle für Kirsch und Beerenbrände. In Wissembourg, an der deutschen Grenze ganz im Norden, pflegt die Distillerie Windholtz dieselbe Tradition und blickt, wie so viele elsässische Brenner, direkt hinüber nach Baden. Die Dichte ernsthafter Brennereien zwischen Straßburg, Colmar und Riquewihr hat in Europa wenige Rivalen.

Die grenzüberschreitende Kultur des Rheins

Was all dies verbindet, ist der Rhein. Jahrhundertelang blühte dieselbe Obstbrennkultur an beiden Ufern — das Elsass auf der französischen, Baden und der Schwarzwald auf der deutschen Seite — und teilte Rebsorten, Kirschgärten und die Schnaps- und Edelbrand-Gewohnheit. Die Tradition des Bouilleur de cru, das gesetzliche Recht eines Erzeugers, eine Menge eigener Frucht zu brennen, hielt in zahllosen Dörfern die Hausbrennblase am Leben und speiste Wissen direkt in die kommerziellen Häuser. Selbst die Sprache spiegelt es: Elsass und Alsace benennen dasselbe Wein- und Obstland, und die dort erzeugten Brände gehören einer deutsch-französischen Welt an, nicht der einen oder anderen Nation allein.

Auf der Karte

Die Brennereien des Elsass reihen sich entlang der Vogesen-Vorberge und der Weinstraße, von Wissembourg im Norden bis Eguisheim im Süden, wobei Ribeauvillé, Obernai und das Val de Villé ein dichtes Obstbrenn-Herz bilden. Um eine Verkostungsroute zwischen Kellern und kupfernen Brennblasen zu planen, durchstöbern Sie die interaktive Karte und folgen Sie den Obstgärten von Dorf zu Dorf. Sie können das Elsass auf der Karte genau lokalisieren und dem Fluss folgen, der dieses grenzüberschreitende Handwerk seit Generationen geprägt hat.