Die 10 besten Brennereien in Tirol
Tirol brennt in der Höhe. In den steilen Seitentälern des Inn — dem Zillertal, dem Stubaital, der Hochebene der Wildschönau — reift das Obst langsam unter intensiver Bergsonne, und die Obstgärten ziehen sich höher die Hänge hinauf als fast irgendwo sonst in den Alpen. Das Ergebnis ist eine Brenntradition, die nicht auf Getreide oder Trauben gründet, sondern auf wildem und kultiviertem Obst: Vogelbeeren von der Eberesche, Williamsbirnen, wilde Zwetschken, Enzianwurzel für den herben Enzian und der Apfel- und Birnentrester, der zum geografisch geschützten Pregler wird. Diese zehn Erzeuger und Traditionen zeichnen den Tiroler Brand nach — von Fritzens im Inntal bis zu den Hochwiesen über Kitzbühel.
1. Rochelt, Fritzens (Inntal)
Rochelt im Dorf Fritzens, östlich von Innsbruck, brennt, was viele für die feinsten Obstbrände der Welt halten. Das Haus vergärt und destilliert ganze Früchte langsam und lässt den Brand danach jahrelang in Glasballons auf einem unbeheizten Dachboden reifen, ohne ihn je mit Wasser zu reduzieren, sodass jede Flasche das Haus in voller natürlicher Stärke verlässt. Die Abfüllungen von Vogelbeere, Williams und Wachauer Marille sind intensiv, kompromisslos und teuer — und sie haben neu definiert, was ein alpiner Obstbrand sein kann. Für eine einzige Flasche braucht es eine erhebliche Menge Obst, was sowohl den Preis als auch die Tiefe des Aromas erklärt; ein Rochelt will langsam erschnuppert und genippt, nicht als Verdauerl hinuntergekippt werden. Die Brennerei ist der Maßstab, an dem jeder andere Erzeuger dieser Liste, fair oder nicht, gemessen wird.
2. Feller, Wildschönau
Die Brennerei Feller auf der hochgelegenen Wildschönau ist eines der angesehensten Obstbrandhäuser Tirols und schöpft aus den Bergobstgärten und Wildfrüchten der Hochebene. Feller erzeugt eine breite Palette an Bränden und den heimischen Krautinger — einen seltenen Rübenschnaps, der durch altes Privileg an das Wildschönautal gebunden ist — neben seinen Vogelbeer-, Birnen- und Steinobstbränden.
3. Pfanner, Tirol
Pfanner ist ein bekannter Tiroler Erzeuger in der alpinen Obsttradition, der die Talobstgärten in saubere, sortenreine Brände und Liköre verwandelt. Das Haus steht für das verlässliche Rückgrat des Tiroler Brennens — den alltäglichen Williams und Obstler, den die Einheimischen im Regal halten.
4. Kostenzer, Tirol
Die Brennerei Kostenzer ist ein Familienbetrieb im klassischen Tiroler Zuschnitt, der eigenes Obst und Wildfrüchte zu präzisen Edelbränden destilliert. Vogelbeere, Enzian und Birne stehen im Vordergrund und spiegeln die hochalpine Herkunft wider, die dem Tiroler Brand seine besondere Schärfe und Klarheit verleiht.
5. Pregler-Erzeuger des Inntals
Pregler ist Tirols eigene geschützte Spezialität — ein Tresterbrand aus den Apfel- und Birnenpressrückständen, die nach dem Pressen oder Vergären der Frucht im Inntal übrig bleiben, und dessen Name auf europäischer Ebene geografisch geschützt ist. Mehrere kleine Brennereien entlang des Flusses stellen ihn her, und ein Glas Pregler nach einem deftigen alpinen Mahl ist so tirolerisch, wie eine Tradition nur sein kann. Während der italienische Grappa vom Traubentrester ausgeht, baut Pregler auf Obsttrester auf, was ihm einen weicheren, apfel- und birnenbetonten Charakter verleiht. Er ist das alltägliche Verdauerl des mittleren Inntals und ein gutes Beispiel dafür, wie eine geschützte Herkunft einen bescheidenen Bauernbrand gegen die industrielle Konkurrenz am Leben hält.
6. Brenner im Zillertal
Das Zillertal, berühmt für seine Musik und seine Berge, pflegt auch eine stille Brenntradition. Hofbrennblasen hoch im Tal erzeugen Vogelbeere, Enzian und Birnenbrände aus Obst, das in Höhen wächst, wo die Reife langsam ist und der entstehende Brand konzentriert. Das Zillertal beherbergt auch Österreichs höchstgelegene Whisky-Versuche.
7. Obstbrenner im Stubaital
Im Stubaital südlich von Innsbruck, umgeben von Gletschern, destillieren kleine Erzeuger das robuste Bergobst, das in der Höhe gedeiht — vor allem Vogelbeere, daneben wilde Zwetschken und Enzian, der aus den Hochwiesen gegraben wird. Der hier gebrannte Enzian ist jener bittere, wurzelgetriebene Alpenschnaps, der das Genre definiert.
8. Brenner rund um Kitzbühel
Die grasbewachsenen Berge rund um Kitzbühel tragen eine Reihe von Hofbrennereien, die ihre Brände mit dem Tourismus der Gegend verbinden. Williamsbirne, Marille und Vogelbeere sind die Klassiker, und die Verkostungsstuben machen die Region zu einem zugänglichen Einstieg in das Tiroler Obstbrennen.
9. Enzian-Spezialisten
In ganz Tirol haben sich einige Brenner auf Enzian spezialisiert — den kräftigen, erdigen Schnaps, der aus den langsam wachsenden Wurzeln des gelben Enzians gebrannt wird. Die Pflanze braucht Jahre, bis die Wurzel das Graben lohnt, und die Ernte ist harte Bergarbeit, streng reguliert zum Schutz der wilden Bestände. Der entstehende Brand zählt zu den eigenständigsten und geschütztesten des alpinen Repertoires: knochentrocken, leicht bitter und unverkennbar von den Hochwiesen. Ein guter Enzian ist Geschmackssache, doch er ist der konzentrierteste Ausdruck dessen, was Höhenbrennen in Tirol bedeutet — ein Brand, den man nirgends außer in den Bergen findet.
10. Innsbrucker Stadtbrenner
Innsbruck, die Tiroler Landeshauptstadt, bildet den Ankerpunkt einer kleinen urbanen Szene aus Gin- und Edelbrandmachern, die sich für ihre Botanicals auf die umliegenden Berge stützen — Latschenkiefer, Enzian, alpine Kräuter. Die Stadt ist ein natürlicher Ausgangspunkt, in Reichweite der Inntal-, Zillertal- und Stubaital-Erzeuger dieser Liste.
Tiroler Brennen im Kontext
Tirols Brennidentität ist untrennbar mit der Höhe verbunden. Die langsame Reife, die wilde Vogelbeere und der Enzian, der geschützte Pregler-Trester und die dachbodengereiften Brände von Rochelt fließen alle aus derselben Quelle — Obst, das hoch wächst, mit Geduld gebrannt und nie überstürzt wird. Whisky gibt es kaum, eine große Getreidetradition gar nicht; die Pracht Tirols liegt in seinem klaren Obstbrand, destilliert in einigen der höchsten Obstgärten Europas. Viele dieser Erzeuger sind winzig, und am besten verkostet man sie an der Quelle, wo man eine Vogelbeere des einen Herbstes gegen die des nächsten halten kann und begreift, wie sehr der Jahrgang zählt. Eine Tour verbindet sich ganz natürlich mit dem Wandern — dieselben Täler, die das Obst tragen, sind von Wegen durchzogen —, was Tirol zu einer der lohnendsten Alpenregionen für Reisende macht, die eine Landschaft schmecken und nicht bloß betrachten wollen.
Auf der Karte
Die obigen Erzeuger ziehen sich vom Inntal hinauf in die Seitentäler, die zu den Gletschern emporsteigen, und die Karte zeigt, wie das Brennen dem Obst in die Hochwiesen folgt. Nutzen Sie sie, um eine Route ins Zillertal oder Stubaital zu planen, oder finden Sie Tirol auf der Karte, bevor Sie reisen. Spätsommer und Frühherbst sind am besten, wenn die Vogelbeere reift und das Obst eingebracht wird.